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Samstag, 6. Oktober 2018, 19:31

Weidmesser Kanton Basel-Landschaft, um 1835

[size=10]Die Entstehung dieses Weidmessers gründet in den territorialen Umwälzungen der napoleonischen Zeit und dem Unvermögen der aristokratischen Regierung von Basel Stadt, den Zeitgeist im Zeitalter der Restauration zu erkennen. Auf dem Gebiet des heutigen Kantons Basel-Landschaft lagen vor den napoleonischen Umwälzungen Teile des Fürstbistums Basel sowie des Untertanengebiets der Stadt Basel. Erst 1815 gelangten durch Verfügung des Wiener Kongresses neun Gemeinden des aufgelösten Fürstbistums Basel an die Stadt Basel, während das übrige Fürstbistum dem Kanton Bern als Kompensation für die verlorene Waadt zugeschlagen wurde.[/size][size=10] Im Jahre 1832 wehrten sich die Landgemeinden gegen die Dominanz der noch aristokratisch regierten Stadt Basel. Die Artistokraten verweigerten jedes Entgegenkommen. So kam es zur jüngsten Kantonsteilung in der Schweiz: Die Gemeinden der Landschaft Basel konstituierten sich als selbständiger Halbkanton Basel-Landschaft. Der neue Kanton wurde 1833 von der Tagsatzung der Eidgenossenschaft anerkannt. [/size][size=10][font='&quot']Der neue Kanton bemühte sich, eine eigene Armee aufzubauen. Aufgrund vorhandener Blankwaffen, macht es den Anschein, dass sich der neue Kanton auch in den Blankwaffen vom Kanton Basel Stadt abgrenzen wollte.[/font][/size][size=10][font='&quot'] Das neue[/font][/size][size=10][font='&quot'] Weidmesser für die Scharfschützen von Basel-Landschaft zeichnet sich durch ein einmaliges Design im Griff aus. Kein anderer Kanton hat nach 1830 ein ähnliches Weidmesser kreiert. Einzig Zürich schaffte auch ein Weidmesser mit vollem Messinggriff an, bei dem jedoch das preussische Vorbild unverkennbar ist. Das Weidmesser von Basel-Landschaft hat eine gerade Rückenklinge mit zwei breiten Hohlrinnen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal dieses Weidmessers ist das halbmondförmige dünne Stichblatt, das rein dekorativ angebracht ist. Eigentlich gleicht es der Klinge eines Sattlermessers. Das Stichblatt ist an einer Öse über die Angel gestülpt und zwischen Griff und Stossplatte befestigt. Die kölbchenförmigen Parierstangen sind in den Griff eingebohrt und verlötet. Der Griff endet im Knauf mit einem stilisierten Fabelkopf. Scheide original. Dieses Weidmesser wurde bisher in keiner Publikation gewürdigt, man findet es nur vereinzelt in den Katalogen der ehemaligen Galerie Fischer in Luzern. Vielleicht weiss jemand mehr darüber, das würde mich sehr freuen.
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»schmiede39« hat folgende Bilder angehängt:
  • Tschako 010.JPG
  • Tschako 015.JPG
  • Tschako 016.JPG
  • Tschako 012.JPG
  • Tschako 013.JPG
  • Tschako 014.JPG
  • Tschako 011.JPG

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »schmiede39« (6. Oktober 2018, 22:23)


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Mittwoch, 17. Oktober 2018, 21:53

Danke für den ausführliche Erklärung und das Vorstellen dieses seltenen Stückes !

Auch wenn ich hier weiter nichts dazu beitragen kann, lese ich doch immer mit
großem Interesse deine Beiträge.

Gruß Jörg

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Montag, 22. Oktober 2018, 17:51

Danke Joehau, es freut mich sehr, wenn Beiträge auf Interesse stossen. Das ist auch Motivation für weitere Beiträge.